Gedenken an Opfer der Nazis
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„Das Jahr 1945 war keine Stunde Null, vorher waren Naziherrschaft, Krieg und Terror", erinnerte AK Präsident Herbert Tumpel am 23.6.2005 bei einer Veranstaltung in der AK Bibliothek in Wien.
Gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes gedenkt die AK der Opfer der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung" und des SS-Sicherheitsdiensts, die im Wiener Belvedereviertel ihren Sitz hatten. „Wir haben gegenüber den Opfern der national-sozialistischen Gewaltherrschaft und gegenüber zukünftigen Generationen die Verpflichtung, an die Verbrechen der Nazis zu erinnern und bewusst zu machen, was geschah", sagte Tumpel.
Die AK leistet ihren Beitrag zur Erinnerung an die Opfer und zur Warnung vor der Wiederholung des faschistischen Terrors. Bei der Veranstaltung präsentierte sie ihre Gedenkinstallation am Gebäude des AK Bildungszentrums und eine Broschüre über die Organisation des NS-Terrors im Belvedereviertel.
1938 „arisierten" die Nazis die beiden Palais der Familie Rothschild im Wiener Belevedereviertel, dann richteten sie in der Theresianumgasse den Logistik- und Organisationsapparat ihres „SS-Sicherheitsdiensts" zur Bespitzelung und Verfolgung der Regimegegner ein und in der Prinz Eugen Straße Adolf Eichmanns „Zentralstelle für jüdische Auswanderung" zur Organisation der Vetreibung und später auch Deportation der österreichischen Jüdinnen und Juden in die Ghettos und Vernichtungslager.
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus wurden die Palais an die Familie Rotschild restituiert, in den 1950-er Jahren erwarb die AK die Liegenschaften und stark beschädigten Palais und ließ ein Lehrlingsheim und das heutige AK Wien-Hauptgebäude bauen. „Der Ständestaat hat den Arbeiterkammern die Selbstverwaltung und die demokratischen Strukturen genommen, die Nazis haben sie aufgelöst, die ersten zwei AK Präsidenten nach der Wieder-gründung 1945 waren Verfolgte des Nazi-Regimes", sagt Tumpel: „Wir sind den Menschen verpflichtet, die Opfer des Terrors und der Vernichtung durch die Nazis wurden."
„Wenn die Arbeiterkammer heute Menschen mit Problemen konkret hilft, ist das gut und richtig", sagte Tumpel, „das ist unser Auftrag. Gleichzeitig leisten wir von der Arbeiterkammer unseren Beitrag zur Erinnerung an die Opfer der nationalosizialistischen Gewaltherrschaft und zur Warnung vor der Wiederholung des faschistischen Terrors." Schon in den 60-er Jahren zeigte die AK Wien in der Prinz Eugen Straße die Ausstellung „Niemals vergessen!" über die Nazi-Verbrechen in den Konzentrationslagern.
Aufklärungsarbeit leistet die AK bis heute – aktuell mit der Gedenkinstallation am AK Bildungszentrum und mit einer Broschüre über die Organisation des NS-Terrors in den Wiener Rothschild-Palais. Verfasst wurde die Broschüre von Gabriele Anderl, Mitarbeiterin der Historikerkommission der Republik Österreich.
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