Frauen in Green Jobs: Gute Jobs müssen das Ziel sein

„Jobmaschine“ entpuppt sich als Augenauswischerei

„Mehr gute Jobs für Frauen, wer wollte das nicht? Aber wer dabei auf die vermeintliche Jobmaschine green jobs baut, hat aufs falsche Pferd gesetzt“, warnt AK Umweltökonom Thomas Ritt.

Denn gerade „green jobs“ seien oft schlecht bezahlt und nicht selten sehr belastend für die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen, etwa in der Abfallbeseitigung oder in der Landwirtschaft. Die Zahl der „green jobs“ werde außerdem systematisch schöngerechnet“, kritisiert Ritt.

So zähle der Landwirtschaftsminister gern über 20.000 Stellen im Handel zu den „green jobs“, die aber keine sind. Allein im Handel mit ökologisch produzierten Lebensmitteln werden demnach rund 6.000 Menschen beschäftigt. Der Hauptanteil sind Stellen, die über den Verkauf von Bioprodukten im normalen Supermarkt errechnet werden. So wird der Posten einer Verkäuferin im Supermarkt allein durch das Einschlichten von Biojoghurt von Hilfsarbeit zum green job.

„Green Jobs“ sind oft schlecht bezahlt

Die gutbezahlte Umwelttechnikerin, die sozialversichert einer erfüllenden Tätigkeit nachgeht, mag zwar das Image der green jobs beherrschen. Das ist aber unter den Um-weltarbeitsplätzen eher die positive Ausnahme. Es sind viele Frauen in green jobs tätig, aber oft gerade dort, wo die Bezahlung schlecht, die Arbeitszeiten ungünstig und die Gesundheitsgefährdung hoch sind.

Statt mit Begriffen wie green jobs die Arbeitswirklichkeit zu verschleiern, sei die Konzentration auf reale Probleme und auch Chancen für Umwelt und Arbeitnehmerinnen viel effektiver.

Wo investiert werden muss

Daher muss dort investiert werden, wo hohe positive Beschäftigungs- und Umwelteffekte mit einer zumindest zufriedenstellenden oder gar guten Arbeitsqualität zusammentreffen: in den Ausbau der Fernwärme, die Förderung der Wärmedämmung und in Maßnahmen für mehr Energieeinsparung und Energieeffizienz sowie in den öffentlichen Personennahverkehr, dafür, dass Frauen gerade in diesen Bereichen gute Jobchancen bekommen, setzt sich die AK seit Jahren ein.

Außerdem sollte sich der Landwirtschaftsminister um die Qualität der bestehenden green jobs kümmen, anstatt mit geschönten Zahlen Hoffnungen zu erwecken, die er nicht einlösen kann.

So könnten beispielsweise mit 100 Millionen Euro Förderung der thermischen Sanierung 7.300 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen werden. Der vom Minister so gern propagierte Einsatz von Biomasse ist aus Sicht der AK nur in der kombinierten Strom-Wärme-Erzeugung sinnvoll.

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