EU Fördergeld für Kindergärten und die Pflege sorgt für mehr Frauenbeschäftigung

„Die EU Politiker sollten neben der Eurorettung nicht auf die Beschäftigung vergessen“, mahnt AK Präsident Herbert Tumpel ein. Als Beschäftigungsziel wurde in der EU Strategie 2020 europaweit 75 Prozent vereinbart: „Das werden wir ohne eine deutlich höhere Frauenbeschäftigung nicht erreichen.“ Eine vom AK Büro in Brüssel präsentierte Studie zeigt, dass Investitionen in soziale Dienstleistungen ein hohes Potenzial für Beschäftigung bietet: Alleine durch den Ausbau von Kindergärten könnte man in Österreich Arbeit für 38.000 Menschen ermöglichen.

Beschäftigung nicht gefährden

Vor allem in konjunkturell schwierigen Zeiten sind das Jobs, die wir auch zur Budgetkonsolidierung brauchen. Die AK hat immer betont, dass man Beschäftigung und Wachstum nicht gefährden darf: Arbeitslosigkeit schmerzt sowohl die Menschen als auch die öffentliche Hand. Arbeitslosigkeit schlägt sich im Budget doppelt nieder: Einerseits durch die Arbeitslosen-Unterstützung und andererseits durch die Einnahmenausfälle für den Staat. Das macht bei 50.000 Arbeitslosen 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.

EU Fördertöpfe ab 2014

Österreich bekommt 1,2 Milliarden Euro jährlich aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Der Großteil des Geldes fließt aber direkt an Landwirte. Im Moment werden die EU Fördertöpfe ab 2014 neu verhandelt. „Da wäre es nur recht und billig wenn man künftig zumindest einen Teil für Investitionen in soziale Dienstleistungen in ländlichen Regionen reserviert“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel: „Da könnten alle, vor allem aber viele Frauen, leichter arbeiten gehen.“

Going for Care – Going for Growth

Denn eine bei der Tagung der AK Europa in Brüssel präsentierte Studie mit dem Titel „Going for Care – Going for Growth“ zeigt: Wenn die soziale Infrastruktur wie Pflegeheime, Kindergärten oder auch der öffentliche Verkehr fehlt, dann behindert das vor allem Frauen bei der Erwerbsarbeit. Und es führt zu einer Abwanderung junger Menschen aus dem ländlichen Raum. Dabei könnten gerade diese Bereiche wieder Arbeitplätze für Frauen bieten. Die skandinavischen Länder zeigen vor, wie es geht. Investitionen in soziale Dienstleistungen haben gleich einen doppelten Nutzen: Das sind echte Zukunftsinvestitionen: Und über die Lohnsteuern fließt auch noch mehr Geld ins Budget.

Ein Beispiel, was mehr Investitionen in die Kinderbetreuung bringen: Österreich müsste die 35.000 notwendigen Betreuungsplätze für Kleinkinder schaffen. Bei 70.000 Betreuungsplätzen für Kinder müsste man die Öffnungszeiten ausweiten. Das würde direkt für 10.000 Arbeitsplätze in der Kinderbetreuung selbst sorgen. Und darüber hinaus sorgt diese Investition für weitere 28.000 Menschen überhaupt erst die Möglichkeit zu arbeiten oder ihre Arbeitszeit auszuweiten, weil sich dadurch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert.

  • Drucken Weiterleiten | Mehr

Anfrage zum Artikel

*
*
*
*
*
*
*
*
*

4 + 8 =
*

Anfrage zum Artikel



Danke - Ihre Anfrage wurde weitergeleitet.