Die Banken müssen einen Beitrag leisten

„Die Banken müssen einen gerechten Beitrag zur Finanzierung der Krise leisten – eine Banken-Abgabe ist daher dringend notwendig“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Die Banken blicken auf ein Jahrzehnt der Gewinnexplosionen zurück. Von 1995 bis 2007 haben sich die Gewinne mehr als verdreifacht, die Steuerleistung ist aber sogar gesunken. „Explodierende Gewinne, magere Steuern – das ist die Bilanz der Banken. Sie müssen endlich in die Pflicht genommen werden“, so Tumpel. Die Arbeiterkammer spricht sich daher für eine Solidarabgabe der Banken aus, damit auch jene, die durch das Bankenpaket abgesichert wurden, die Kosten mittragen. Es darf nicht sein, dass hier erneut nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Kasse gebeten werden. Durch das Bankenpaket, das von den SteuerzahlerInnen finanziert wurde, wurde ein Schutzschirm über die Banken gespannt und einige Banken wären ohne diesen Schutzschirm heute insolvent und hätten andere mitreissen können. „Profitiert hat davon also der gesamte Bankensektor, es sollte daher auch der gesamte Sektor einen Beitrag leisten“, so Tumpel.

Immer wieder wird betont, dass jenes Geld, das den Banken im Rahmen des Bankenpakets zur Verfügung gestellt wurde, ein gutes Geschäft sei. Immerhin sind 8 Prozent an Zinsen nicht so schlecht. Ganz so sieht die Realität jedoch nicht aus: Für das Bankenpaket muss die Republik 6,9 Milliarden Euro Schulden auf sich nehmen. Durch den Dividendenausfall bei der Österreichischen Volksbanken AG und der Hypo Alpe Adria entgehen dem Staat allein bei den Dividenden dieser beiden Banken 294 Millionen Euro für 2009 und 2010. Insgesamt sind vermutlich rund 3 Milliarden an Steuergelder verloren. Gelder, die in die Hypo Alpe Adria und die Kommunalkredit geflossen sind. „Hier von einem guten Geschäft zu sprechen ist also eine Missachtung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler“, sagt Tumpel.

Hier ist ganz klar: Milliarden an Steuermitteln sind verloren und auch jene Banken, die ordnungsgemäß zurückzahlen, haben von den Mitteln profitiert. „Was wäre geschehen wenn die Mittel nicht geflossen wären und große Banken in Konkurs gegangen wären“, fragt Tumpel. Die SparerInnen hätten ihr Geld abgezogen, die internationalen Rankings der österreichschen Banken wären in den Keller gefallen, die Banken hätten sich nicht refinanzieren können und der österreichsche Kreditmarkt wäre zusammengebrochen. „Es ist also ganz klar, dass alle Banken vom Bankenrettungspaket profitiert haben.“ Die Aktienkurse der Großbanken sind durch dieses Paket wieder gestiegen und für die Eigentümer wurden dadurch große Teile der Eigentumsverluste wieder wettgemacht.

Die Banken haben also stark von den Rettungspaketen des Staates und damit der SteuerzahlerInnen profitiert. Die eigene Steuerleistung stand dabei aber in keinem Verhältnis: Im letzten Jahrzehnt sind die Gewinne der Banken geradezu explodiert, die durchschnittliche Körperschaftsteuerbelastung ist aber gesunken. Im Jahr 2007 steht einem Jahresüberschuss von 5.111 Millionen Euro eine Körperschaftsteuerleistung von gerade 346 Millionen Euro gegenüber, das ist eine Steuerbelastung von 6,8 Prozent. „Wer so gut über die Jahre verdient hat und so wenig Gewinnsteuern gezahlt hat, der kann auch angesichts der massiven staatlichen Unterstützung mehr zur Staatsfinanzierung beitragen. Es ist also höchst an der Zeit, dass die Banken einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten. Ich spreche mich daher für eine Solidarabgabe durch die Banken aus“, so Tumpel abschließend.

Eine Analyse der Arbeiterkammer auf Basis von Daten der Österreichischen Nationalbank zeigt, dass die Gewinne der Banken von 1995 bis 2007 geradezu explodiert sind während die Steuerleistung sogar gesunken ist. „Der gesamte Bankensektor hat vom Bankenrettungspaket profitiert. Es darf also nicht sein, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler hier die Kosten der Krise zahlen. Es ist dringend notwendig, dass die Banken wieder etwas zurück geben und einen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten. Ich spreche mich daher für eine Banken-Abgabe aus“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel.

Gewinne und Steuerleistung der Banken stehen in keinem Verhältnis:

Steuerleistung Jahresüberschuss vor Steuern
(in Mio. Euro)
1995 308 1.478
1996 405 1.566
1997 377 1.665
1998 275 1.857
1999 312 2.229
2000 434 1.697
2001 349 3.005
2002 339 1.744
2003 375 2.449
2004 411 3.365
2005 483 4.238
2006 469 4.363
2007 346 5.111
2008 256 2.146

Tabelle: Steuerleistung und Jahresüberschuss vor Steuern (inkl. Beteiligungserträge) des österreichischen Bankensektors (1995 bis 2008)
Quelle: Statistische Auswertung, Österreichischen Nationalbank, Auswertungszeitpunkt: 23.10.2009. Der Meldekreis umfasst alle in Österreich tätigen Kreditinstitute gemäß § 1 Abs. 1 und § 9 BWG. Die Ertragsdaten der in Österreich tätigen Einzelkreditinstitute werden auf unkonsolidierter Basis dargestellt.

  • Drucken Weiterleiten | Mehr

Anfrage zum Artikel

*
*
*
*
*
*
*
*
*

2 + 3 =
*

Anfrage zum Artikel



Danke - Ihre Anfrage wurde weitergeleitet.