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Privatkonkurs

Nicht nur Unternehmen, sondern auch verschuldete Privatpersonen haben eine realistische Chance, dass ihnen bei Zahlungsunfähigkeit ein Teil ihrer Schulden erlassen wird. Denn auf Initiative der Arbeiterkammer wurde für alle zahlungsunfähigen Schuldner der sogenannte Privatkonkurs in die österreichische Konkursordnung aufgenommen: Wer bei Gericht Konkurs anmeldet, kann durch Beschluss des Gerichts versuchen, sich mit seinen Gläubigern zu einigen.

So funktioniert der Privatkonkurs

Insgesamt sind vier Möglichkeiten der Entschuldung vorgesehen:

  • Außergerichtlicher Ausgleich
  • Sanierungsverfahren
  • Zahlungsplan
  • Abschöpfungsverfahren

Für all diese Varianten gilt: Der Schuldner muss jedenfalls einen Teil seiner Schulden bezahlen. Die restlichen Schulden werden ihm erlassen. Im Normalfall wird vorhandenes Vermögen des Schuldners im Zuge des Konkursverfahrens gerichtlich verwertet und der Erlös an die Gläubiger verteilt.

Ausgleich oder Konkurs

Wer bei mehr als einer Person Schulden hat und zahlungsunfähig ist, kann seinen Gläubigern einen außergerichtlichen Ausgleich anbieten. Ist jedoch nur ein Gläubiger dagegen, muss das gerichtliche Konkursverfahren beantragt werden.

Zahlungsplan oder Abschöpfungsverfahren

Lehnt die Mehrheit der Gläubiger den im Konkursverfahren vom Schuldner vorgeschlagenen Zahlungsplan ab, dann kommt es zur Abschöpfung. Der Unterschied ist, dass es beim Zahlungsplan keine Mindestquote gibt und die Zahlungsfrist maximal sieben Jahre beträgt. Bei der Abschöpfung hingegen gibt es keine vorbestimmte Quote, und die Zustimmung der Gläubiger ist nicht notwendig, der Schuldner arbeitet 7 Jahre lang seine Schulden ab und zahlt mindestens 10 Prozent der Schulden.

Bürgen und Mitschuldner haften weiter

Der Schuldner hat nach Ende einer erfolgreichen gerichtlichen Schuldenregulierung nicht nur gegenüber den Gläubigern, sondern auch gegenüber allfälligen Bürgen oder Mitschuldnern keine Zahlungsverpflichtungen mehr. Die Bürgen und die Mitschuldner haften gegenüber den Gläubigern jedoch weiter. Sie müssen die Schulden zur Gänze bezahlen. Sind sie dazu nicht in der Lage, müssen sie entweder mit den Gläubigern Zahlungen vereinbaren, die sie sich leisten können, oder einen außergerichtlichen Ausgleich versuchen. Schlimmstenfalls müssen sie selbst in Konkurs gehen. Das gilt auch für mithaftende Ehegatten.

Sanierungsverfahren

Wenn ein Aus­gleich scheitert, kann ein Sa­nie­rungs­ver­fah­ren be­an­tragt werden.

Zahlungsplan

Die Mehrheit der Gläubiger muss dem Zahlungsplan zustimmen.

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