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Geringfügige Arbeit während der Karenz

Karenz und Kinderbetreuungsgeld sind nicht dasselbe. Arbeitsrecht und Kinderbetreuungsgeld unterscheiden sich bei den Regelungen des Zuverdienens und bei der Dauer des Anspruches. Die wichtigsten Regeln und Unterscheidungen: 

Definitionen

Karenz ist der Anspruch auf Freistellung von der Arbeit gegenüber dem Arbeitgeber. Die Karenz dauert maximal bis zum vollendeten 2. Lebensjahr des Kindes.

Kinderbetreuungsgeld ist die Geldleistung auf die aufgrund der Geburt des Kindes Anspruch besteht. Die fünf Modelle des Kinderbetreuungsgeldes unterscheiden sich nach Leistungsdauer und Leistungshöhe. Es gibt vier Pauschalmodelle und ein einkommensabhängiges Modell.


Die Modelle des Kinderbetreuungsgeldes:

  • Ein einkommensabhängiges Modell
    Zuverdienstgrenze 6.400 € jährlich = entspricht monatlich 405,89 €


  • Vier Modelle mit Pauschalbeträgen = 60% des vorherigen Einkommens
    Mindestens jedoch 16.200 € jährlich = dies entspricht monatlich brutto 1.220 €

Bei der Ermittlung des Zuverdienstes bietet der Vergleichsrechner des Familienministeriums Hilfestellung!

Karenz & geringfügige Beschäftigung

Arbeitsrechtliche Aspekte

Während der ganzen Karenzzeit können Sie beim selben Arbeitgeber eine Tätigkeit unter der Geringfügigkeitsgrenze ausüben. Diese liegt 2015 bei 495,98 € brutto monatlich. Bitte beachten Sie zusätzlich die Zuverdienstgrenzen Ihres Kinderbetreuungsgeldmodells!

Zuverdienstgrenze

Zusätzlich zum einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldmodell dürfen Sie - bezogen auf das Kalenderjahr 2014 - 6.400 € an maßgeblichen Einkünften haben.  Dies bedeutet, dass Sie pro Kalendermonat mit vollem Kinderbetreuungsgeldbezug bis zur Geringfügigkeitsgrenze 495,98 € (2015) verdienen dürfen. 

Neu

Der Zuverdienst wird nur mehr aus jenen Kalendermonaten bemessen, in denen an allen Tagen Kinderbetreuungsgeld bezogen wurde. Einkünfte aus Monatsteilen vor oder nach dem Bezug von Kinderbetreuungsgeld gelten rückwirkend ab 1.1.2010 nicht mehr als Zuverdienst.


Karenz & Arbeiten über der Geringfügigkeitsgrenze 

Arbeitsrechtliche Aspekte

Sie können neben dem karenzierten Dienstverhältnis mit dem Arbeitgeber für längstens 13 Wochen im Kalenderjahr auch eine Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze vereinbaren. Während dieser Beschäftigung bleibt der Kündigungs- und Entlassungsschutz aufrecht. Arbeiten Sie jedoch länger als 13 Wochen, geht der Kündigungs- und Entlassungsschutz verloren!

Fällt die Karenzzeit nicht auf das ganze Kalenderjahr (Kalenderjahr = 1. Jänner bis 31. Dezember), kann eine Beschäftigung nur im aliquoten Ausmaß vereinbart werden.

Beispiel:

52 Wochen Karenz = 13 Wochen Beschäftigung
24 Wochen Karenz = 6 Wochen Beschäftigung
(13 : 52 = 0,25 x 24 = 6)


Zuverdienst bei den 4 Pauschalmodellen

Die Möglichkeit, über der Geringfügigkeitsgrenze dazuzuverdienen, ist mit den Pauschalmodellen des Kinderbetreuungsgeldes kombinierbar, da bei diesen Modellen höhere Zuverdienstgrenzen vorgesehen sind: Bei den vier Pauschalmodellen ist eine individuelle Zuverdienstgrenze von 60% der Letzteinkünfte vorgesehen. Mindestens können Sie jedoch 16.200 Euro bezogen auf das Kalenderjahr an maßgeblichen Einkünften erzielen. Dieser Betrag entspricht einen monatlichen Brutto von 1.220 Euro.

Neu

Einkünfte aus Monatsteilen vor oder nach dem Bezug von Kinderbetreuungsgeld gelten rückwirkend ab 1.1.2010 nicht mehr als Zuverdienst.


Teilung der Karenz

Beide Elternteile haben das Recht auf Karenz! Nach welchen Modellen Sie sie sich teilen können und wann und wie Sie Arbeitgeber informieren müssen.

Karenz-Regelung

Die Elternkarenz beginnt nach Ende der Mutterschutzfrist. Die Karenzdauer muss dem Arbeitgeber schriftlich bekannt gegeben werden.

Adoptiv- oder Pflegeeltern

Karenz, Elternteilzeit und Co: Die wichtigsten Informationen für Eltern, die ein Kind adoptieren oder in unentgeltliche Pflege nehmen wollen.

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